Neue Oberfläche für viele OneNote-Apps

 

Die aktuellen Versionen von OneNote für Windows 10, Mac OS und iOS überraschten viele mit einer neuen Oberfläche, die der Browserversion ähnelt. So sind z.B. die Abschnitte nicht mehr in Tabs, sondern einer Liste organisiert. Noch darf man aber zur alten Ansicht zurückkehren.

Ich bekomme derzeit viele Anfragen mit überraschtem oder erschrecktem Unterton. OneNote (auf dem Mac, dem iPad oder als Windows-10-App) sähe auf einmal völlig anders aus und ähnle der Web-Version sehr stark. Anstelle horizontaler Tabs erscheinen Abschnitte des aktuellen Notizbuchs nun in einer linksseitigen Liste, die Seitenliste ist ebenfalls links statt bisher rechts und die Notizbuchliste nur recht umständlich erreichbar. Das alles nehme dem eigentlichen Notizbereich viel zu viel Platz weg und sei überhaupt ein massiver Rückschritt.

Nun, über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, über Usability in gewissen Grenzen auch. Ich persönlich finde die neue Oberfläche noch bei weitem nicht optimal. Andererseits hatte ich aber immer auch so meine Probleme mit den traditionellen Abschnitts-Reitern. Sie zwingen mich dazu, sehr kurze Abschnittsnamen zu vergeben, weil in der alten horizontalen Anordnung ansonsten zu wenig Platz bleibt. Für nicht angezeigte Abschnitte muss ich entweder horizontal scrollen (iPad, Mac) oder die Liste ausgeblendeter Abschnitte anzeigen (immer noch so bei der Windows-Desktop-Version).

Bislang noch in der Testphase: Die bisherige (links) und neue (rechts) Oberfläche der OneNote-Apps, hier auf dem Mac.

Microsoft hat sich zum Ziel gesetzt, Look and Feel aller OneNote-Versionen (die Windows-Desktop-Ausgabe vermutlich ausgenommen) aneinander anzugleichen. Und zwar in diesem, vor allem Touch-freundlichen Design. Ich vermute, dass es noch etwas Feinschliff geben wird. Aber grundsätzlich sollten Nutzer der OneNote-Apps und der Mac-Version sich wohl an die neue Bedienung gewöhnen.

Wer das möglichst lange hinauszögern möchte, hat bislang aber noch die Option, auch in den neuesten Versionen auf die alte Bedienung zurück zu wechseln. Die neue Oberfläche befindet sich nämlich noch in der Testphase und läuft unter „experimentelle Features“. Neu ist nur, dass diese sich bei den Vorversionen optional einschalten ließen („Opt-In“), nunmehr aber offenbar standardmäßig aktiv sind und explizit abgewählt werden müssen („Opt-Out“). So geht’s:

Beim iPad: Tippen Sie auf die drei waagrechten Striche in der linken oberen Ecke (Das „Hamburger-Menu“), dann auf das Zahnradsymbol neben Ihrem Accountnamen. Bewegen Sie dann den Schiebeschalter neben Experimentelle Features aktivieren nach links.

Auf dem iPad versteckt sich das Einstellungsfenster hinter dem Zahnrad neben dem Kontonamen in der Notizbuchliste.

In der Windows-10-App: Auch hier klicken oder tippen Sie auf das „Hamburger-Menu“ links oben, dann scrollen Sie in der Notizbuchliste ganz unten und wählen Einstellungen. Ganz rechts klappt nun ein weiteres Menü auf. Hier klicken Sie auf Optionen. In den nun aufgeführten Einstellungsmöglichkeiten finden Sie fast ganz unten einen mit Experimentelle Funktionen aktivieren beschrifteten Schalter unter OneNote Vorschau. Schieben Sie den auf Aus, um die alte Oberfläche zu bekommen.

Recht umständlich sind die Einstellungen in der OneNote-App für Windows 10 zu erreichen (hier eine Montage, den linken und rechten Bereich sieht man normalerweise nicht gleichzeitig).

Auf dem Mac:

Hier erreichen Sie die Einstellungen nur über das Mac-OS-Menü, also das Pulldown-Menü ganz oben. Wählen Sie OneNote – Einstellungen… und im folgenden Fenster dann Allgemein.

Die OneNote-Optionen erreichen Sie auf dem Mac nur über das Pulldown-Menü ganz oben.

Es öffnet sich ein Dialog, in dem Sie bei Experimentelle Features aktivieren das Häkchen entfernen.

 

Auch hier reicht das Entfernen eines Häkchens mit anschließendem OneNote-Neustart.

Bei allen Versionen ist anschließend das Schließen und erneute Öffnen von OneNote erforderlich, damit auf die alte Oberfläche umgeschaltet wird. Natürlich können Sie auf demselben Weg das neue Design auch wieder aktivieren. Sie müssen lediglich die experimentellen Features wieder einschalten.

Ob Microsoft sich dazu überreden lässt, das neue Design zu verwerfen und bei der alten Anordnung von Seiten und Abschnitten zu bleiben? Das halte ich zwar nicht für ausgeschlossen, angesichts der fortgeschrittenen Entwicklung aber eher für unwahrscheinlich. Deshalb empfehle ich, wie schon gesagt, dass Sie versuchen, dem neuen Design Positives abzugewinnen und sich daran zu gewöhnen.

3 Kommentare

  1. Für mich ein klarer Rückschritt…ich fand die Browseransicht schon immer deutlich schlechter und nun das 🙁

    Das mal die Frage: auf dem iPad z. B. sehe ich aufgrund der neuen Anordnung und der Schriftgröße die Notizen nicht mehr richtig. So nach gut 15 Buchstaben wird der Rest mit „…“ abgekürzt. Ich habe aber z. B. ein Notizbuch „Belege“, wo ich nach Jahren (=Abschnitt) alle Rechnungen etc. aufbewahre. Dusseligerweise sehe ich jetzt nur noch „Rechnung blabla…“ – die Schriftgröße der GUI kann ich an der Stelle nicht ändern, oder? Hast Du sont noch eine Idee, wie man das heilen kann? Danke

    • Stefan Wischner

      Ich weiß nicht, ob die experimentelle GUI in Stein gemeißelt ist und letztlich bleiben wird. MSFT ist ja schon offen für kritisches Feedback, es muss nur genug sein. Wie schon geschrieben, sehe ich schon auch einen Vorteil in der Abkehr von den Tabs für Abschnitte. Dann nämlich, wenn es mehr (oder länger bezeichnete) sind als horizontal in die Leiste passen.

      Die OneNote-GUI-Schriften kann man auf dem iPad wohl ebenso wenig ändern wie auf anderen Systemen. Allerdings scheint Microsoft hier schon Handlungsbedarf zu sehen: Die aktuellste WIN-10-App, die da dieselbe GUI verwendet, bietet in der aktuellsten Version (Bericht dazu habe ich noch nicht geschrieben) verkleinerte Schriften in Menüs und Abschnittsliste. Nur ein kleiner Schritt, aber vielleicht kommen ja sogar noch einstellbare Schriften — sicher sinnvoll in Zeiten von Retina und 4K.

      • Bin da absolut bei Dir! Die Hoffnung stirbt also zuletzt – solange muss ich halt sehen, dass ich die Notizen entsprechend so benenne, dass ich sie von den ersten Buchstaben her erkennen oder zumindest erahnen kann…

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