OneNote 2016 weg? So installieren Sie es manuell

Seit kurzem wird bei der Neuinstallation von Office 365 oder Office 2019 kein Desktop-OneNote mehr eingerichtet. Immerhin lässt sich OneNote 2016 manuell nachinstallieren, wenn man weiß, wie und wo.

Bereits im April 2018 hatte Microsoft es angekündigt: Office 2019 und die aktuellen Versionen von Office 365 enthalten kein Desktop-OneNote mehr. Stattdessen sollen die Anwender die funktionell deutlich schwächere OneNote-App von Windows 10 verwenden.

OneNote 2016 funktioniert zwar noch, auch neben den neuen Modulen (Word, Excel, Outlook in den 2019er bzw. 365-Versionen) und soll auch bei einem Upgrade auf ein aktuelles Office-Paket auf der Platte verfügbar bleiben. In der Theorie soll das der Fall sein, wenn:

  • Ein Update von einer früheren Office-Version vorgenommen wird. Dabei sollen nur Word, Excel & Co. durch die neue Version ersetzt werden, OneNote 2016 aber erhalten bleiben.
  • Office 2016 (oder früher) vor der Neuinstallation von Office 2019/365 zwar komplett entfernt wurde, aber noch mindestens ein lokales OneNote-Notizbuch (oder genauer: der Ordner „OneNote-Notizbücher“ im Userverzeichnis) vorhanden ist.
  • In der Windows-Registry ein Eintrag existiert, der anzeigt, dass OneNote 2016 auf dem betreffenden System zumindest einmal gestartet worden war.

Wer hingegen sein System komplett neu einrichtet, also zum Beispiel nach einem Festplattentausch oder Rechner-Neukauf Windows und Office neu installiert, wird danach kein OneNote 2016 auf der Platte finden, sondern nur die Windows 10 App „OneNote“.

Hoppla! Nach einer Neuinstallation von Windows und Office gibt es plötzlich kein OneNote 2016 mehr, nur noch die neue, aber schwächere OneNote-App.

Außerdem scheinen die oben genannten Sicherheits-Überprüfungen nicht allzu zuverlässig zu funktionieren. Jedenfalls gibt es Nutzerberichte, nach denen ein Office-Update auch ohne Windows-Neuinstallation OneNote 2016 vom System entfernt haben soll.

Microsoft hatte seinerseits auch versprochen, dass sich OneNote 2016 in jedem Fall auch zu einem vorhandenen aktuellen Office manuell hinzuinstallieren lässt. Zumindest bis zum offiziellen Support-Ende von Office 2016. Für „Normal-User“ ist das der 13. Oktober 2020, also in knapp zwei Jahren. Wer einen erweiterten Support-Vertrag mit Microsoft geschlossen hat (wohl hauptsächlich Firmen), kann Office 2016 sogar bis zum Oktober 2025 nutzen und wird so lange zumindest mit Sicherheitspatches versorgt.

Ich gehe also davon aus, dass die Option, OneNote 2016 zumindest manuell nachzuinstallieren, mindestens noch zwei Jahre bleibt, vielleicht auch bis 2025.

Nur – auch wenn Microsoft diese Option bietet, denkt das Unternehmen gar nicht daran, die Nutzer mit der Nase darauf zu stoßen, etwa in Form eines entsprechenden Hinweises oder sogar einer Auswahloption bei der Office-Neuinstallation. Stattdessen muss man die gut versteckte Download-Option suchen. Hier ist sie (ich spare mir einen direkten Downloadlink zur Installationsdatei, sondern zeige sicherheitshalber lieber den Weg dorthin, falls Microsoft die Pfade ändert):

  • Öffnen Sie im Browser die Seite www.onenote.com/download
  • Ignorieren Sie den Hinweis oben, dass OneNote bei Ihnen schon installiert ist (gemeint ist nur die Windows 10 App), sondern klicken Sie weiter unten im Abschnitt „Auch verfügbar auf“ auf den Link „Windows Desktop“.
  • Das lädt einen ausführbaren kleinen Installer herunter (nicht das komplette OneNote), der nach seinem Start die eigentlichen OneNote-Programmdateien aus dem Netz nachlädt und einrichtet.

Stören Sie sich nicht daran, dass während der Installation der Hinweis erscheint, Office würde installiert; tatsächlich ist es nur OneNote. Ein bestehendes Office bleibt unangetastet.

Gut versteckt: Klicken Sie auf den markierten Link „Windows Desktop“, um tatsächlich OneNote 2016 zu erhalten.

 

Irreführend: Nicht Office wird neu installiert, sondern lediglich OneNote. Ignorieren Sie also die Meldung.

Alternative Microsoft-Store

Neuerdings ist OneNote 2016 offenbar auch über den Microsoft Store verfügbar. Es sollte sich um dieselbe Version handeln, die Sie auch über den oben genannten Weg erhalten. Was mich allerdings etwas irritiert: Auf der zugehörigen Support-Seite steht am Ende, es handle sich hier um eine „Preview-Version“, die eventuell nicht immer erwartungsgemäß funktioniere. Die Produktseite im Store weist das Programm zudem als „vorläufig verwendbar“ aus. Was auch immer das heißen soll. Ich bin mir nicht sicher, ob das nicht nur ein weiterer wenig subtiler Versuch von Microsoft ist, Nutzer von der Verwendung von OneNote 2016 abzuhalten. Ich empfehle in jedem Fall den oben genannten Weg über die Webseite.

Auch über den Microsoft Store bekommt man neuerdings OneNote 2016, allerdings mit einigen irritierenden Hinweisen.

Eingeschränkt oder nicht?

An der genannten Stelle lässt sich schon seit über vier Jahren eine kostenlose Variante von OneNote 2016 (anfangs noch 2013) herunterladen. Die zeichnete sich aber immer dadurch aus, dass sie gegenüber der in Office enthaltenen Version einige Einschränkungen aufwies – insbesondere die Fähigkeit, mit lokal gespeicherten Notizbüchern umzugehen oder Daten aus Outlook zu übernehmen.

Diese Einschränkungen gibt es immer noch, aber nur dann, wenn Sie kein legales (sprich: korrekt aktiviertes, mit einem Office-365-Account verbundenes oder gar kein) Office auf dem System haben. Ist hingegen ein Office (egal ob 365 oder 2019) vorhanden, sind auch die Einschränkungen aufgehoben; Sie erhalten also ein vollwertiges OneNote 2016.

Funktionstest: Wenn Sie ein neues Notizbuch lokal („Dieser PC“) anlegen können und keine Fehlermeldung bekommen, handelt es sich um ein vollwertiges OneNote 2016.

Was ich nicht testen konnte, ist, ob das auch dann gilt, wenn Sie von der angegebenen Seite OneNote 2016 zu einem vorhandenen älteren Office (also z.B. 2010 oder 2013) installieren, oder ob – was ich für wahrscheinlich halte – OneNote 2016 dann zur Free-Version wird (siehe dieser Beitrag). Vielleicht hat das ja ein Leser schon ausprobiert und kann in den Kommentaren seine Erfahrungen mitteilen.

Fun Fact: Wird OneNote 2016 zu einem vorhandenen Office 365 installiert, verliert sich die Bezeichnung „OneNote 2016“. Unter „Datei – Office Konto“ stellt sich das Programm als „Microsoft Office 365“ vor und auch die Versions- und Build-Nummer entsprechen den übrigen Office-Modulen. Auch wenn man auf „Info zu OneNote“ klickt, ist die dortige Bezeichnung nur „Microsoft OneNote für Office 365“ und nicht etwa „OneNote 2016“. Das Icon im Startmenü is hingegen nach wie vor mit „OneNote 2016“ betitelt.

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