Onenote 2010 auf 2016: Die Upgrade-Falle

Eine Warnung an alle, die denken, OneNote 2010 ließe sich problem- und vor allem kostenlos auf OneNote 2016 updaten: Hier lauert eine große Falle.

In letzter Zeit häufen sich im Answers-Forum die Hilferufe von Anwendern, die das kostenlose Angebot von Microsoft angenommen und ein älteres Office-OneNote auf die kostenlose Version von OneNote 2016 upgedated haben. Plötzlich ließen sich die vorhandenen Notizbücher nicht mehr öffnen – ob es da ein Kompatibilitätsproblem gäbe.

Nein, die Daten aller OneNote-Versionen ab Version 2010 sind durchaus zueinander kompatibel. Das Problem ist ein anderes:

Das kostenlose OneNote 2016 sieht nur wie ein vollwertiges Office-OneNote aus. Tatsächlich fehlt ihm neben den Verbindungen zu anderen Office-Modulen (Word-Export, Aufgaben-Abgleich mit Outlook, Excel-Tabellen einbinden…) noch etwas ganz Entscheidendes: Die Möglichkeit, Notizbücher zu öffnen, die nicht auf OneDrive oder OneDrive for Business gespeichert sind, sondern in Ordnern auf der lokalen Platte oder einem Netzwerkspeicherort als ONE-Dateien vorliegen.

Auch wenn es entgegen Microsofts Willen mit ein paar umständlichen Tricks doch geht, müssten die Notizbücher anschließend doch auf einem Microsoft-Cloudspeicher abgelegt werden, um damit arbeiten zu können.

Es bleiben nur zwei Lösungsmöglichkeiten:

  1. Update des gesamten Office-Pakets auf Office 2016 (bzw. ein Office 365-Abo, in dem das Office 2016-Paket enthalten ist). Das ist natürlich kostenpflichtig. Auf diesem Weg landet das vollwertige OneNote 2016 auf dem Rechner, das auch mit den lokalen Notizbüchern von OneNote 2010 problemlos umgehen kann.
  2. Rückgängig machen des Updates und Rückkehr zu OneNote 2010. Ich kann keine exakte Anleitung dazu geben, da ich das selber noch nicht durchgespielt habe (besitze einfach kein installierbares Office 2010 mehr). Aber es sollte funktionieren, indem man zuerst OneNote 2016 deinstalliert und dann per Office-Setup OneNote 2010 wieder einrichtet.

Angesichts der Tatsache, dass der offizielle Support von Office 2010 längst abgelaufen ist, wäre Option 1 natürlich die sinnvollere.

Vielleicht ein wenig tröstlich: Durch ein Update von OneNote 2010 auf 2016 gewinnen Sie fast überhaupt nichts außer einer moderneren Optik. Neue Funktionen sind nur mit OneNote 2013 hinzugekommen (und die sind kaum der Rede wert). Im Gegenteil: Wenn Sie die Möglichkeit nutzen, direkt in OneNote zu scannen, sollten Sie sogar bei einer älteren Version bleiben. Diese Funktion hat Microsoft in OneNote 2016 nämlich ersatzlos gestrichen.

 

4 Kommentare

  1. ISO-Images gibt es hier, wenn man einen Product-Key hat: https://www.microsoft.com/de-de/software-download/office

  2. Hansjuerg Wuethrich

    Ist es überhaupt noch sinnvoll auf OneNote 2016 um zu steigen ? Ich meine, seit ich Ihren mir durchaus einleuchtenden Blogbeitrag gesehen habe, das MS wohl versucht OneNote 2016 durch OneNote Windows10 Version zu ersetzen bin ich komplett auf OneNOte Win10 umgestiegen, damit ich meine Daten möglichst lange behakten kann. Da es ja zwischen OneNote 2016 und OneNote Win10 inkompatibilitäten gibt (wie zB Das eine kann VIdeos einbinden, das andere nicht) wenn ich da richtig gelesen habe 🙂 Darum die Frage, wäre es also für die Leute welche es betrifft nicht besser von OneNote 2010 auf die OneNote WIn 10 Version um zu steigen… geht das überhaupt ? Sorry, ich möchte es nicht komplizierter machen als es ist, aber mir drängte sich als Laie einfach die Frage auf. Danke !

    • Stefan Wischner

      Ihr Schluß ist aus meiner Sicht völlig richtig. „Zukunftssicherer“ ist sicher OneNote für Windows 10. Ich denke allerdings nicht, dass es zu Daten-Inkompatibilitäten kommt; was Sie mit dem einen erfassen, sollte (weitgehend) auf dem anderen nutzbar sein. „Weitgehend“ deshalb, weil es gerade schon feine Unterschiede gibt, die Microsoft derzeit nicht mal zu umschiffen versucht. Damit meine ich nicht mal die Videos (die funktionieren tatsächlich auch mit OneNote 2016, wenn es zu einem Office 365 Abo gehört). Videos von YouTube & Co werden lediglich als Link eingebunden, nicht als digitale Kopie. Es ist also nur die Frage, ob man es mit jedem OneNote direkt in der Notiz abspielen kann, oder stattdessen auf den Link klicken und es im Browser anschauen muss.
      Kritischer wird es gerade bei Audioaufzeichnungen (unterschiedliche Formate zwischen ON 2016 und der W10 App) oder Handschriftnotizen. Auch letztere sind unterschiedlich (zu erkennen am „Glättungseffekt“ in der App für Windows 10).
      Dass OneNote 2016 komplett vom Markt verschwindet, halte ich hingegen für nicht so wahrscheinlich; der Flurschaden gerade bei Geschäftsanwendungen wäre doch sehr hoch. Aber wenn Sie mit der Windows 10 App auskommen, ist es gar keine schlechte Idee, sich daran zu gewöhnen. Ich versuche es selbst gerade, die Nutzung von OneNote 2016 zu vermeiden und mich mit der App anzufreunden…einfach, um ggf. vorbereitet zu sein 🙂

      Zum Umstieg von OneNote 2010 auf die App: Klar geht das, sofern Sie vorher mit Onenote 2010 Ihre Notizbücher alle auf OneDrive oder OneDrive for Business übertragen haben. Also dasselbe Thema wie in diesem Artikel.

      • Hansjuerg Wuethrich

        Super vielen Dank Herr Wischner für Ihre Ausführung und Ihre Zeit ! Bin sehr froh diesen Blog gefunden zu haben um mich zum Thema zu informieren ! Liebe Grüsse Jürg

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