23. Oktober 2017

OneNote für Windows 8: Was die App nicht kann

Viele Fachjournalisten und Anwender äußern sich enttäuscht über die Fähigkeiten der kostenlosen(!) OneNote-App aus dem Microsoft-Store. Manch einer verwechselt sie sogar fälschlicherweise mit OneNote 2013. Letzteres ist aber Bestandteil des neuen Office-Pakets und hat mit der Windows-8-OneNote-App praktisch nichts zu tun. OneNote 2013 ist nicht für Finger- oder Stiftbedienung optimiert (anders ausgedrückt: Es handelt sich um eine Desktop- keine Modern-UI-Anwendung) und verfügt zum Beispiel auch nicht über das eigentlich geniale Radial-Menü der OneNote-App.

Dass letztere funktionell gegenüber der Office-Ausgabe von OneNote eingeschränkt ist, sollte nicht weiter verwundern. Schließlich ist Microsoft nicht dafür bekannt, Anwendungssoftware zu verschenken. Dennoch ist die OneNote-App eines der praktischsten Tools für die neue Oberfläche, und zwar nicht nur im Verbund mit einem „großen“ OneNote 2013, sondern auch für sich alleine gesehen und genutzt. Wer OneNote 2010 / 2013 kennt, sollte sich nur über folgende wichtigen Einschränkungen der Gratis-App im Klaren sein:

Die wesentlichsten Einschränkungen der OneNote-Windows-8-App

  • Beschränkung auf SkyDrive: Die OneNote-App kann nur solche Notizbücher öffnen und bearbeiten, die auf SkyDrive gespeichert sind. OneNote-Dateien auf lokalen Datenträgern oder im Netzwerk bleiben außen vor.
  • Keine grafischen Objekte (ausgenommen Bilder und Fotos, die funktionieren uneingeschränkt), Freihandzeichnungen oder Handschriftnotizen: Das ist wohl die schmerzlichste Einschränkung gerade bei der Benutzung mit einem Tablet-PC. Geometrische Formen oder Freihandobjekte, die bereits in den Notizen enthalten sind (weil sie mit OneNote 2013 erfasst wurden), zeigt die OneNote-App zwar korrekt an. Diese lassen sich aber nicht auswählen oder verändern (nicht einmal verschieben). Auch können Sie mit der OneNote-App keine eigenen Grafik- oder Freihandobjekte anlegen. Immerhin lässt sich die Windows-8-eigene Handschrifterkennung verwenden (das entsprechende Symbol der Bildschirmtastatur antippen, Touchscreen oder Grafiktablett sind Voraussetzung).
  • Kennwortgeschütze Abschnitte: Diese werden zwar als solche ausgewiesen, lassen sich aber mit der OneNote-App nicht entschlüsseln und anzeigen.
  • Keine Outlook-Funktionen: Die Verbindung zu Microsoft Outlook fehlt. Das heißt, Sie können zum Beispiel keine Mails in Notizbücher übertragen (außer Sie haben gleichzeitig OneNote 2013 installiert), Kontakte verlinken oder Outlook-Aufgaben in Notizbuchseiten verwalten.
  • Externe Inhalte/Bildschirmausschnitte: Sie können zwar Inhalte aus anderen Anwendungen (zum Beispiel einem Webbrowser) problemlos per Zwischenablage auf eine Notizseite in der OnNote-App übertragen. Weitergehende Möglichkeiten – etwa Bildschirmausschnitte erzeugen, das direkte Senden aus anderen Programmen per OneNote-Symbol oder Spezial-Druckertreiber – fehlen jedoch. Auch das Verknüpfen von Notizen  mit Webseiten im Internet-Explorer, Word-Dokumenten oder PowerPoint-Dokumentationen ist nicht vorgesehen.
  • Sprachnotizen: Die OneNote-App bietet keine Möglichkeiten der Audio- oder Videoaufzeichnung direkt in eine Notiz. Auch eine interne Abspielfunktion, die Stichwortsuche innerhalb von bestehenden Audio- oder Videoclips und das Verlinken von Notizen mit einer bestimmten Position in Aufnahmen fehlen.

 

Onenote-App: Radial-Menü
Das geniale Radialmenü für die Bedienung per Finger oder Stift hat die Windows-8-App von OneNote dem „ausgewachsenen“ OneNote 2013 sogar voraus.

 

 

2 Kommentare

  1. Hallo Herr Wischner,

    Ihr Blog gefällt mir ausgesprochen gut!
    Mir ist in diesem Artikel etwas aufgefallen, was es sich zu ergänzen lohnt. Entgegen hartnäckiger Gerüchte, kann man mit OneNote MX auch Notizen außerhalb von SkyDrive öffnen und Syncen – zum Beispiel über SharePoint 2010. Ich habe zuletzt einen kleinen Beitrag darüber geschrieben.

    http://onenote365.wordpress.com/2013/04/12/notizen-aus-sharepoint-in-onenote-mx-offnen/

    Viele Grüße und weiter so!
    Karsten Ulferts

  2. Was ich an der App am meisten vermisse, das ist der Textmarker.

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