23. Oktober 2017

Zu kleiner Mauszeiger bei Handschrift und Zeichnen

Oft kritisiert und auch in OneNote 2013 nicht behoben: Der winzige Cursor im Zeichen-/Freihandmodus. Er besteht nur aus einem Pixel und ist meist unauffindbar – vor allem, wenn er über einem Text- oder Grafikobjekt steht. Das betrifft besonders Grafiktablett- und Mausnutzer. Zumindest eine Linderung des Problems bringen die Windows-Mauseinstellungen oder externe Tools.

Für Tablet-Nutzer – idealerweise mit einem Stift – ist das nicht dramatisch. Der Cursor ist ja da, wo man die Stiftspitze oder den Finger aufsetzt. Aber wer auf einem Desktop-PC oder Notebook schnell eben etwas zeichnen, markieren oder per Grafiktablett eine handschriftliche Notiz machen möchte, beginnt meist mit ein paar Probestrichen, um zu sehen, wo auf der Notizseite der Cursor überhaupt steht.

Leider hat sich Microsoft dieser Schwäche bis heute nicht angenommen – vermutlich schätzt man in Redmond die Zahl der Freihandzeichner ohne Tablet oder Touchscreen zu gering ein. Dieser Beitrag bietet einige Vorschläge, die das Problem wenigstens etwas lindern.

Bessere Sichtbarkeit mit Windows-Bordmitteln

In den Mauseinstellungen von Windows (zum Beispiel über die Systemsteuerung erreichbar) finden sich unter Zeigeroptionen zwei Hilfen, die beim Auffinden des Cursors im OneNote-Zeichenmodus sehr nützlich sein können:

Die Option Zeigerposition beim Drücken der STRG-Taste anzeigen ist soweit selbsterklärend. Ist diese aktiviert, zeigt Windows bei jedem Druck auf die [STRG]-Taste mit einer kurz aufblinkenden kreisförmigen Animation die aktuelle Cursorposition an. Das ist zwar nicht direkt hilfreich beim Schreiben oder Zeichnen, löst aber zumindest das Problem des verschwundenen Cursors.

Die Windows-Mauseinstellungen enthalten zwei nützliche Mittel gegen verlorene Mauszeiger.
Die Windows-Mauseinstellungen enthalten zwei nützliche Mittel gegen verlorene Mauszeiger.

Die Einstellung Mausspur anzeigen war ursprünglich für die anfangs sehr trägen Notebook- und TFT-Displays gedacht. Bei jeder Bewegung zieht der Mauszeiger eine sichtbare Spur mehrerer Kopien des jeweiligen Zeigersymbols hinter sich her. Die Länge dieser Spur ist per Schieberegler einstellbar. Das funktioniert auch mit dem Einzelpixel im OneNote-Zeichenmodus sehr gut. Der Nachteil ist, dass es keine Möglichkeit gibt, die doch sehr gewöhnungsbedürftige Mausspur zum Beispiel per Hotkey ein- und auszuschalten. Sie ist also immer und überall aktiv. Im Gegensatz zu den folgenden externen Tools funktionieren die WIndows-Mauseinstellungen auch mit der Windows-8-OneNote-App.

 

Cursor-Hervorhebung mit Zusatztools

Eine auf den ersten Blick ideal scheinende Lösung für die Desktop-Ausgaben von OneNote sind die beiden Freeware-Tools PenAttention und CursorAttention. Ersteres ist für (Windows-) Tablet-PCs gedacht und funktioniert nur auf diesen. CursorAttention ist im Kern gleich, läuft aber auch auf normalen Windows-PCs und Notebooks mit oder ohne Grafiktablett. Von beiden Programmen gibt es jeweils eine 32- und eine 64-Bit-Version.

CursorAttention und PenAttention: Ein frei gestaltbarer transparenter Kreis zeigt ständig die Cursorpotition an.
CursorAttention und PenAttention: Ein frei gestaltbarer transparenter Kreis zeigt ständig die Cursorposition an.

Beide Programme blenden eine wahlweise kreisförmige oder rechteckige Markierung um den Mauszeiger (bzw. bei PenAttention um Stift- oder Fingerposition) ein. Größe, Farbe und Transparenz sind einstellbar. Alternativ lässt sich auch ein Stiftsymbol oder der herkömmliche Mauszeiger darstellen. Sogar eine selbst definierte Grafik ist verwendbar. Eine Tastenkombination (wahlweise [STRG] + [F9] oder [STRG] + [ALT] + [F9]) schaltet die Hilfsmarkierung ein oder aus. Bei Grafiktabletts könnte man diese durchaus auf eine Hardwaretaste am Tablett oder Stift legen. Gleiches gilt für Mäuse, deren Treiber eine individuelle Tastenbelegung erlauben.

CursorAttention: Größe, Farbe und Transparenz der Markierung lassen sich frei definieren.
CursorAttention: Größe, Farbe und Transparenz der Markierung lassen sich frei definieren.

Leider hinkt die Hilfsmarkierung dem eigentlichen Cursor teils etwas hinterher und vollzieht bei schnellen Bewegungen manchmal regelrechte Sprünge. Das ist aber allenfalls irritierend und beeinflusst die eigentliche Linie oder Handschrift nicht.

Eine Alternative wäre das Programm Spot on the Mouse. Es erlaubt weitreichende Einstellungen für eine farbige und halbtransparente „Corona“ um den Mauszeiger oder sogar ein fensterfüllendes Fadenkreuz. Außerdem bietet es einige Zusatzfunktionen, wie etwa die Anzeige einer gedrückten STRG- oder ALT-Taste oder ein eingeblendetes Symbol bei Nutzung des Mausrades. Die Performance ist deutlich besser als bei PenAttention und CursorAttention – eine „Nachziehen“ der Highlight-Markierung ist nicht wahrnehmbar.

Spot On TheMouse: Neben dem (hier recht groß eingestellten) Markierungskreis hilft optional sogar ein Fadenkreuz bei der Lokalisierung der Cursorposition.
Spot On The Mouse: Neben dem (hier recht groß eingestellten) Markierungskreis hilft optional sogar ein Fadenkreuz bei der Lokalisierung der Cursorposition.

Allerdings gibt es zwei andere Haken:

  1. Das Programm ist kostenpflichtig (15 Euro). Die Demo-Version reicht zum Ausprobieren, nervt aber mit einem Erinnerungsfenster, das sich alle paar Minuten in den Vordergrund drängelt und nach Klick auf den Schließen-Button auch erst nach einer mehrsekündigen Zwangspause wieder verschwindet.
  2. Das Tool ist in erster Linie für Präsentationen per Beamer oder die Produktion von Anleitungsvideos gedacht. Daher hat der Entwickler einen Hotkey zum Abschalten der außerhalb der Zeichenfunktion doch sehr störenden Mauszeiger-Markierung nicht vorgesehen. Das geht nur umständlich über den Kontextbefehl Pause des Programmsymbols im Infobereich.
Spot On The Mouse: Die EInstellmöglichkeiten sind üppig. Leider fehlt dem kostenpflichtigen Programm aber die Möglichkeit, die Hilfsmarkierung per Hotkey ein- und auszuschalten.
Spot On The Mouse: Die Einstellmöglichkeiten sind üppig. Leider fehlt dem kostenpflichtigen Programm aber die Möglichkeit, die Hilfsmarkierung per Hotkey ein- und auszuschalten.

 

Ein Kommentar

  1. Eigentlich ist es ja lächerlich: 3,5 Jahre nach Erscheinen dieses Beitrags ist es noch immer nicht möglich, den Curosr in OneNote, inzwischen 2016, zu ändern oder zu vergrößern. Schade, dass hier nur Software von Drittanbietern den Effekt abschwächen können.

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